Deutscher Mieterbund
Kieler Mieterverein e.V.


Kiel, den 14.12.2009

Wohnungsunternehmen Frank: Geschäftsführer Schauenburg beschwert sich

Einen nicht alltäglichen Auftritt hatte der Geschäftsführer des Kieler Mietervereins Anfang Dezember vor der versammelten Kieler Wohnungswirtschaft. Auf Anregung von Frank-Geschäftsführer Schauenburg war der Kieler Mieterverein eingeladen worden, um den Umgangston in der Auseinandersetzung zwischen Mieterverein und Wohnungsunternehmen zu diskutieren. Einzelne Vertreter aus der etwa 20-köpfigen Runde waren der Meinung, dass das Auftreten des Mietervereins gelegentlich zu ruppig sei. Andere wiederum äußerten durchaus Verständnis dafür, dass der Mieterverein die Interessen seiner Mitglieder offensiv vertreten muss.

Ganz besonders auf den Schlips getreten fühlte sich aber Frank-Geschäftsführer Schauenburg. Er übte gleich an drei Beispielen heftige Kritik am Kieler Mieterverein: So hat es ihm nicht gefallen, dass der Kieler Mieterverein Kontakt zu den Mietern eines Frank-Hauses aufgenommen hat, das von Kieler Innenministerium wegen vorbildlicher Modernisierung mit einem Preis bedacht worden ist. Da der Kieler Mieterverein der Jury nicht angehört hat, wollte er sich gerne selber davon überzeugen, ob die Maßnahme so mieterfreundlich abgelaufen ist, wie das Innenministerium behauptet hat und wie das Verhältnis zwischen Mieterhöhung und eingesparten Energiekosten ausgefallen ist. Was sollte daran wohl beanstandenswert sein?

Und auch die Kritik des Kieler Mietervereins an den Abrissplänen von Firma Frank in der Kieler Moltkestraße kam bei Herrn Schauenburg nicht gut an. Nun ja, Herr Schauenburg - wer damit wirbt, "dass sich Menschen in ihren vier Wänden auch in der Zukunft wohl fühlen sollen" und gleichzeitig die Wohnungen von siebzig Familien platt machen will, der muss sich schon gefallen lassen, dass die Kritik daran energisch ausfällt. Das gilt umso mehr, wenn man aus fadenscheinigen Gründen erst einmal die Bäume abhackt, Fenster mit Brettern vernagelt, nicht benötigte Bauzäune aufstellt und ein bis dahin gepflegtes Umfeld verkommen lässt. Diese Form der Entmietung ist eben nicht die feine Art.

Und was hatte Herr Schauenburg noch? Er hat sich voller Empörung darüber beschwert, dass der Kieler Mieterverein für eines seiner Mitglieder eine Belegprüfung gefordert hat und zwar anhand von Originalbelegen. Einen bereits wahrgenommenen Termin hatte der Mieterverein sofort abgebrochen, als sich herausstellte, dass Firma Frank nur Kopien vorlegen wollte, obwohl der Mieterverein (aus gutem Grund) ausdrücklich Originale verlangt hatte. Die Sache liegt inzwischen vor Gericht – wozu also die Aufregung. Ungläubige Nachfrage des Vertreters einer großen Kieler Hausverwaltung: „Verstehe ich das richtig? Der Kieler Mieterverein will Originalbelege sehen? Und sie geben ihm die nicht? Wo ist denn da das Problem?" Diese Frage stellt sich auch

Der Kieler Mieterverein

Verantwortlich: Jochen Kiersch, Kiel