Deutscher Mieterbund
Kieler Mieterverein e.V.

Kiel, den 09.04.2013

AVEGE-Wohnungsbestand: Mieterverein fordert Übernahme durch die Stadt

Nach Auffassung des Kieler Mietervereins ist der Notstand der AVEGE-Mieter eine Spätfolge des Verkaufes der Kieler Wohnungsbaugesellschaft durch die Landeshauptstadt. Vor derartigen Folgen hatte der Mieterverein Oberbürgermeister Gansel schon im Jahre 1999 – im Vorfeld des KWG-Verkaufes – ausdrücklich gewarnt. Aus diesem Grunde sieht der Mieterverein die Stadt auch in der Pflicht, den betroffenen Mietern über eine reine Nothilfe bei der Beschaffung von Heizöl hinaus langfristig zu helfen. Nach Auffassung des Mietervereins ist es offensichtlich, dass eine Stadt wie Kiel ohne eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft nicht auskommt. Nur mit Hilfe eines kommunalen Unternehmens können Wohnungsnotfälle versorgt werden, kann die Stadt auf das Mietgefüge Einfluss nehmen, können Modellprojekte zum Laufen gebracht werden und besteht die Möglichkeit, städtebaulichen Missständen vor Ort abzuhelfen. Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft wäre auch der richtige Adressat, um den Sozialwohnungsbestand in der Stadt sukzessive wieder aufzustocken.

Oberbürgermeisterin Gaschke hat in ihrem Wahlkampf den zunehmenden Mangel an preiswertem Wohnraum zum Thema gemacht. Anlässlich ihrer Vereidigung hat sie bekräftigt, dass sie für bezahlbaren Wohnraum stehe und der Wohnraumknappheit etwas entgegensetzen wolle. Die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft aus dem AVEGE-Bestand wäre dafür der richtige Schritt. Er würde den betroffenen Mieterinnen und Mietern Sicherheit geben, böte die Möglichkeit, den teilweise maroden Wohnungsbestand wieder funktionsfähig zu machen und könnte der Sockel sein, um eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft allmählich auszubauen.

Die schon andiskutierte Möglichkeit, den AVEGE-Bestand in eine Genossenschaft zu überführen, ist nach Auffassung des Kieler Mietervereins nur die zweitbeste Lösung. Genossenschaften sind zuallererst ihren Mitgliedern verpflichtet. Auch bei vielen Genossenschaften hat sich inzwischen eingebürgert, dass sogenannte "Vorvermieterbescheinigungen" gefordert werden, womit viele verschuldete und einkommensschwache Haushalte bei einer Wohnungsbewerbung sofort aus dem Rennen sind. Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft könnte auch solchen Haushalten helfen, die keineswegs die schlechteren Mieter sind, nur weil es mit dem bisherigen Vermieter Probleme gab.

Nach Auffassung des Kieler Mietervereins bietet der Niedergang des AVEGE-Wohnungsbestandes auch Chancen für den Stadtteil Gaarden. Gerade dort ist kommunale Präsenz in besonderem Maße erforderlich. Der Kieler Mieterverein sieht akut die Gefahr, dass der AVEGE-Wohnungsbestand umstandslos an den nächsten Finanzinvestor weiterveräußert werden könnte. Dies wäre nach Auffassung des Mietervereins die schlechteste aller Lösungen. Auch reicht es nach Auffassung des Mietervereins nicht, auf die örtliche Wohnungswirtschaft zu verweisen. "Jetzt ist die Stadt gefordert und jetzt ist Zeit zum Handeln" – so der Kieler Mieterverein.

Nähere Auskünfte zu allen hiermit zusammenhängenden Fragen erteilen alle schleswig-holsteinischen Mietervereine. Deren Sprechzeiten und Aufnahmebedingungen können bei der Landesgeschäftsstelle des Mieterbundes Schleswig-Holstein, Eggerstedtstraße 1, 24103 Kiel, Telefon 0431/97919-0 erfragt werden. Sie sind auch im Internet verfügbar unter www.mieterbund-schleswig-holstein.de.

Verantwortlich: Jochen Kiersch, Kiel

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE

Kiel, den 09.04.2013

AVEGE-Wohnungsbestand: Mieterverein fordert Übernahme durch die Stadt

Nach Auffassung des Kieler Mietervereins ist der Notstand der AVEGE-Mieter eine Spätfolge des Verkaufes der Kieler Wohnungsbaugesellschaft durch die Landeshauptstadt. Vor derartigen Folgen hatte der Mieterverein Oberbürgermeister Gansel schon im Jahre 1999 – im Vorfeld des KWG-Verkaufes – ausdrücklich gewarnt. Aus diesem Grunde sieht der Mieterverein die Stadt auch in der Pflicht, den betroffenen Mietern über eine reine Nothilfe bei der Beschaffung von Heizöl hinaus langfristig zu helfen. Nach Auffassung des Mietervereins ist es offensichtlich, dass eine Stadt wie Kiel ohne eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft nicht auskommt. Nur mit Hilfe eines kommunalen Unternehmens können Wohnungsnotfälle versorgt werden, kann die Stadt auf das Mietgefüge Einfluss nehmen, können Modellprojekte zum Laufen gebracht werden und besteht die Möglichkeit, städtebaulichen Missständen vor Ort abzuhelfen. Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft wäre auch der richtige Adressat, um den Sozialwohnungsbestand in der Stadt sukzessive wieder aufzustocken.

Oberbürgermeisterin Gaschke hat in ihrem Wahlkampf den zunehmenden Mangel an preiswertem Wohnraum zum Thema gemacht. Anlässlich ihrer Vereidigung hat sie bekräftigt, dass sie für bezahlbaren Wohnraum stehe und der Wohnraumknappheit etwas entgegensetzen wolle. Die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft aus dem AVEGE-Bestand wäre dafür der richtige Schritt. Er würde den betroffenen Mieterinnen und Mietern Sicherheit geben, böte die Möglichkeit, den teilweise maroden Wohnungsbestand wieder funktionsfähig zu machen und könnte der Sockel sein, um eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft allmählich auszubauen.

Die schon andiskutierte Möglichkeit, den AVEGE-Bestand in eine Genossenschaft zu überführen, ist nach Auffassung des Kieler Mietervereins nur die zweitbeste Lösung. Genossenschaften sind zuallererst ihren Mitgliedern verpflichtet. Auch bei vielen Genossenschaften hat sich inzwischen eingebürgert, dass sogenannte "Vorvermieterbescheinigungen" gefordert werden, womit viele verschuldete und einkommensschwache Haushalte bei einer Wohnungsbewerbung sofort aus dem Rennen sind. Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft könnte auch solchen Haushalten helfen, die keineswegs die schlechteren Mieter sind, nur weil es mit dem bisherigen Vermieter Probleme gab.

Nach Auffassung des Kieler Mietervereins bietet der Niedergang des AVEGE-Wohnungsbestandes auch Chancen für den Stadtteil Gaarden. Gerade dort ist kommunale Präsenz in besonderem Maße erforderlich. Der Kieler Mieterverein sieht akut die Gefahr, dass der AVEGE-Wohnungsbestand umstandslos an den nächsten Finanzinvestor weiterveräußert werden könnte. Dies wäre nach Auffassung des Mietervereins die schlechteste aller Lösungen. Auch reicht es nach Auffassung des Mietervereins nicht, auf die örtliche Wohnungswirtschaft zu verweisen. "Jetzt ist die Stadt gefordert und jetzt ist Zeit zum Handeln" – so der Kieler Mieterverein.

Nähere Auskünfte zu allen hi

Kiel, den 09.04.2013

 

AVEGE-Wohnungsbestand: Mieterverein fordert Übernahme durch die Stadt

 

Nach Auffassung des Kieler Mietervereins ist der Notstand der AVEGE-Mieter eine Spätfolge des Verkaufes der Kieler Wohnungsbaugesellschaft durch die Landeshauptstadt. Vor derartigen Folgen hatte der Mieterverein Oberbürgermeister Gansel schon im Jahre 1999 – im Vorfeld des KWG-Verkaufes – ausdrücklich gewarnt. Aus diesem Grunde sieht der Mieterverein die Stadt auch in der Pflicht, den betroffenen Mietern über eine reine Nothilfe bei der Beschaffung von Heizöl hinaus langfristig zu helfen. Nach Auffassung des Mietervereins ist es offensichtlich, dass eine Stadt wie Kiel ohne eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft nicht auskommt. Nur mit Hilfe eines kommunalen Unternehmens können Wohnungsnotfälle versorgt werden, kann die Stadt auf das Mietgefüge Einfluss nehmen, können Modellprojekte zum Laufen gebracht werden und besteht die Möglichkeit, städtebaulichen Missständen vor Ort abzuhelfen. Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft wäre auch der richtige Adressat, um den Sozialwohnungsbestand in der Stadt sukzessive wieder aufzustocken.

 

Oberbürgermeisterin Gaschke hat in ihrem Wahlkampf den zunehmenden Mangel an preiswertem Wohnraum zum Thema gemacht. Anlässlich ihrer Vereidigung hat sie bekräftigt, dass sie für bezahlbaren Wohnraum stehe und der Wohnraumknappheit etwas entgegensetzen wolle. Die Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft aus dem AVEGE-Bestand wäre dafür der richtige Schritt. Er würde den betroffenen Mieterinnen und Mietern Sicherheit geben, böte die Möglichkeit, den teilweise maroden Wohnungsbestand wieder funktionsfähig zu machen und könnte der Sockel sein, um eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft allmählich auszubauen.

 

Die schon andiskutierte Möglichkeit, den AVEGE-Bestand in eine Genossenschaft zu überführen, ist nach Auffassung des Kieler Mietervereins nur die zweitbeste Lösung. Genossenschaften sind zuallererst ihren Mitgliedern verpflichtet. Auch bei vielen Genossenschaften hat sich inzwischen eingebürgert, dass sogenannte "Vorvermieterbescheinigungen" gefordert werden, womit viele verschuldete und einkommensschwache Haushalte bei einer Wohnungsbewerbung sofort aus dem Rennen sind. Eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft könnte auch solchen Haushalten helfen, die keineswegs die schlechteren Mieter sind, nur weil es mit dem bisherigen Vermieter Probleme gab.

 

Nach Auffassung des Kieler Mietervereins bietet der Niedergang des AVEGE-Wohnungsbestandes auch Chancen für den Stadtteil Gaarden. Gerade dort ist kommunale Präsenz in besonderem Maße erforderlich. Der Kieler Mieterverein sieht akut die Gefahr, dass der AVEGE-Wohnungsbestand umstandslos an den nächsten Finanzinvestor weiterveräußert werden könnte. Dies wäre nach Auffassung des Mietervereins die schlechteste aller Lösungen. Auch reicht es nach Auffassung des Mietervereins nicht, auf die örtliche Wohnungswirtschaft zu verweisen. "Jetzt ist die Stadt gefordert und jetzt ist Zeit zum Handeln" – so der Kieler Mieterverein.

 

Nähere Auskünfte zu allen hiermit zusammenhängenden Fragen erteilen alle schleswig-holsteinischen Mietervereine. Deren Sprechzeiten und Aufnahmebedingungen können bei der Landesgeschäftsstelle des Mieterbundes Schleswig-Holstein, Eggerstedtstraße 1, 24103 Kiel, Telefon 0431/97919-0 erfragt werden. Sie sind auch im Internet verfügbar unter www.mieterbund-schleswig-holstein.de.

 

Verantwortlich: Jochen Kiersch, Kiel

ermit zusammenhängenden Fragen erteilen alle schleswig-holsteinischen Mietervereine. Deren Sprechzeiten und Aufnahmebedingungen können bei der Landesgeschäftsstelle des Mieterbundes Schleswig-Holstein, Eggerstedtstraße 1, 24103 Kiel, Telefon 0431/97919-0 erfragt werden. Sie sind auch im Internet verfügbar unter www.mieterbund-schleswig-holstein.de.

Verantwortlich: Jochen Kiersch, Kiel